Herausforderung Unternehmensnachfolge – im Interview mit Kouker Küchen

Wie kann Unternehmensnachfolge gelingen? Welche Herausforderungen birgt die Übergabe eines 1898 gegründeten Traditionsunternehmens und wie kann ein guter Übergang gewährleistet werden? Davon erzählen Patrik und Eugenia Kouker aus Kempen.

Inhalt

Aus Renkes Möbel wird Kouker Küchen: Als Jan Renkes nach einem Nachfolger für sein traditionsreiches Möbelgeschäft suchte, waren Eugenia und Patrick Kouker aufgrund ihrer langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit die erste Wahl. Seit der Gründung im Jahr 1898 durch den Schreinermeister Wilhelm Renkes hat das Unternehmen sich der Herstellung und dem Verkauf hochwertiger Möbel verschrieben, inzwischen mit dem Fokus auf die Küche. Heute führt Patrick Kouker das Küchenstudio. Er ist seit 2001 Schreinermeister und seit 2022 als selbständiger Verkäufer bei Renkes Möbel tätig. Nun übernimmt er den Kundenstamm und die Geschäfte seines Vorgängers. Diese kooperative Übernahme ist ein Zeichen für den Wert, den das Unternehmen auf familiäre Werte und Tradition legt. Nachdem Patrick und Eugenia Kouker ein halbes Jahr lang auf Probe zusammen gearbeitet hatten, entschieden sie sich, den Schritt der Unternehmensnachfolge zu wagen und gründeten das Küchenstudio Kouker Küchen in Kempen.

Im Interview berichten sie über die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge und ihren Start mit Kouker Küchen.

Interview

Redaktionsteam
Wie haben Sie sich auf die Unternehmensnachfolge vorbereitet und welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten?

Eugenia Kouker
Natürlich haben wir einen Businessplan erstellt, was uns sehr geholfen hat. Die beste Vorbereitung war jedoch die Möglichkeit, einige Zeit als Probe bei Renkes Möbel zu arbeiten. Dadurch konnten wir das Team kennenlernen, die alltäglichen Arbeiten gemeinsam bewältigen und die Arbeitsabläufe nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch erleben. Erst danach konnten wir entscheiden, ob wir diesen Schritt wagen oder nicht.

Welche Rolle spielt die langjährige Zusammenarbeit zwischen Ihnen beiden bei der erfolgreichen Übernahme und Führung des Küchenstudios?

Dass wir vorher schon langjährige Partner waren, hat eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Man kennt sich und spricht auch vertrauter miteinander. Man kann sich gegenseitig besser einschätzen und vertrauen. Und auch Herrn Renkes lag es am Herzen, dass wir das Geschäft mit gleichem Kundenservice und Qualitätsgedanken weiterführen. Dass wir mit dem Unternehmen und seinen Werten schon im Voraus vertraut waren, erleichtert diese Aufgabe natürlich enorm.

Welche Herausforderungen haben Sie bei der Übernahme des Unternehmens erlebt und wie haben Sie diese bewältigt?

Viele Kunden nutzten die Coronazeit, um ihr Zuhause einzurichten. Von daher war 2023 bereits viel Bedarf gedeckt. Es war schon ein schweres Jahr für die Küchenbranche. Für 2024 sind die Prognosen der Industrie nochmals nach unten korrigiert worden und Kurzarbeit und Entlassungen wurden angekündigt. Warum wir trotz all der Herausforderungen diesen Weg eingeschlagen sind? Weil es unsere Überzeugung ist, dem Kunden Freude am Planen seiner Küche zu bereiten. Das geschieht vor allem durch persönliche und gute Kundenberatung. Unser Ziel und unsere Herausforderung ist es, zufriedenstellende Ergebnisse zu liefern, die unsere Kunden begeistern und zur Weiterempfehlung anregen. So wollen wir unseren Kundenkreis erreichen und vergrößern.

Auf dem Weg zur Unternehmensnachfolge wurden wir unterstützt von „Der Küchenring“ (dem Küchenverband, bei dem wir Mitglied sind). Dieser empfahl uns Herrn Schönfeld, Unternehmensberater „Moves Betriebsberatung e.K.“, der uns ebenfalls zur Seite stand. Und natürlich hatten auch die Eheleute Renkes bei Fragen immer einen guten Rat für uns. Die organisatorische Herausforderung, Familie und Beruf optimal zu vereinbaren, ist nicht zu unterschätzen. Aber die Erfahrungen und Hilfsbereitschaft der übernommenen Mitarbeiter in der Anfangsphase waren eine große Erleichterung für uns.

Welchen einen Tipp würden Sie anderen mitgeben, die eine Unternehmensnachfolge antreten möchten?

Da wäre unser größter Ratschlag: Es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt, um mit der Selbständigkeit oder Unternehmensnachfolge zu starten. „Wenn nicht jetzt, wann bietet sich uns nochmal so eine Gelegenheit?“, so war unser Gedanke. Wenn einem Unterstützung angeboten wird, sollte man diese annehmen, jedoch seinen Vorstellungen und Prinzipien treu bleiben. Man sollte aber auch bereit sein, diese zu überdenken, wenn sie eher Hindernisse als Hilfe darstellen.

Welche Pläne und Visionen haben Sie für die Zukunft von Kouker Küchen?

Unser oberstes Ziel ist es, unseren Kunden eine außergewöhnlich hohe Qualität und die bestmögliche Auftragsabwicklung zu bieten. Um dies zu erreichen, gestalten wir unser Studio individuell, mit besonderer Sorgfalt und Anspruch. Wir wollen die Erwartungen unserer Kunden übertreffen. Darüber hinaus legen wir großen Wert darauf, dass auch unsere Lieferanten die gleichen hohen Qualitätsstandards und Werte teilen, um sicherzustellen, dass wir nur die besten Materialien und Dienstleistungen verwenden.

Vielen Dank für das Interview!

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