VisionMagazin

Die Technologie zur Selbstverwirklichung

Das Internet ist ein modernes Megaphon, das es jedem ermöglicht, gehört zu werden. Dr. Patrick May beschreibt, wie das Internet die menschliche Kommunikation verändert und erklärt, warum es die ultimative Technologie für die Veröffentlichung von Authentizität ist.

Inhalt

Das sprechende Tier

Sprache ist ein einzigartig menschliches Phänomen. Die verbale Kommunikation hilft uns, Ideen auszutauschen, uns zu Gruppen zusammenzuschließen und kollektives Verhalten zu koordinieren. Sprache hat es uns ermöglicht, über unsere zerbrechliche individuelle Existenz hinauszuwachsen und uns zum mächtigsten Wesen der Natur zu machen. Kommunikation ist eine unvorstellbar wichtige menschliche Fähigkeit.

Während unserer gesamten Entwicklungsgeschichte war die Sprache jedoch durch die Physik und später durch die Zugänglichkeit begrenzt. Lange Zeit waren die Fragen „Wer hat Zugang?“ und „Wer kann erreicht werden?“ die Grenzen in der Geschichte der Kommunikationstechnologie.

Kommunikation und Technologie – zwei Verbündete

Bei den Stämmen konnte die Sprache, wenn man sehr laut war, vielleicht fünfzig Meter weit getragen werden. Durch die Entfernungsbegrenzung der Schallwellen war die Kommunikation also auf den eigenen Stamm beschränkt. Die einzigen Menschen, mit denen man sprechen konnte, waren die, mit denen man geboren wurde. Allerdings hatte jeder die gleichen Möglichkeiten, seine Stimme einzusetzen (abgesehen von biologischen Unterschieden in der Lautstärke der Stimme).

Die Anzahl der Menschen, die man erreichen konnte, war also die natürliche Grenze der Kommunikation.

Im Laufe der Geschichte wurden die physischen Grenzen der Sprache jedoch allmählich erweitert. Als Folge der größeren Reichweite wurde der Zugang zu neuen Kommunikationsinnovationen oft zur größten Einschränkung.

Zuerst war es der Handel, der die Verbreitung von Ideen über Grenzen hinweg ermöglichte, wenn auch sehr langsam und auf Kaufleute beschränkt. Später bereitete die Gutenberg-Revolution die Köpfe auf das Lesen und Schreiben vor. Seitdem können Worte getrennt von ihren biologischen Behältern reisen. Sie konnten nun von immer mehr Menschen in Büchern und Briefen gespeichert werden und sogar die Lebensdauer ihrer biologischen Einheiten überschreiten. Dennoch war die Geschwindigkeit der Worte immer noch sehr gering und oft auf die Privilegierten beschränkt.

Paradoxerweise wurde die Kommunikation zwar von ihren geographischen Grenzen befreit, aber für die Menschen weniger zugänglich. Erst allmählich demokratisierte sich das Lesen und Schreiben.

Die Asymmetrie der Verfügbarkeit wurde durch die Industrialisierung noch verstärkt. Während die Schrift immer weiter verbreitet wurde, haben die neuen Technologien die Reichweite und Häufigkeit der Kommunikation dramatisch erhöht. Vor allem Radio und Fernsehen erreichten mehr Menschen als je zuvor. Aber auch diese Technologien waren zunächst nur den Eliten zugänglich. Die Publikationsmittel waren nicht demokratisch verteilt. Deshalb wurden diese Instrumente zuerst von den Tyrannen des 21. Jahrhunderts genutzt, um eine große Anhängerschaft zu gewinnen. Die Macht der Kommunikation war asymmetrisch verteilt.

Die Zukunft ist bereits da - sie ist nur nicht gleichmäßig verteilt.

Doch nach und nach brach das Kommunikationsmonopol auf. Zuerst verbreitete sich das Telefon in der Öffentlichkeit. Telefone hielten Einzug in die Haushalte und imitierten den Klatsch und Tratsch der „Stämme“, der nun weltweit verbreitet war. Kommunikation wurde unabhängig von Entfernungen. Das Telefon war das erste globale Kommunikationsmittel, wenn auch beschränkt auf persönliche Gespräche.

Niemand konnte jedoch vorhersehen, wie sich das Informationszeitalter entwickeln würde.

Ein Megaphon für alle

Die Erfindung des Computers hat schließlich die gesamte menschliche Kommunikation verändert. Sie befreite die Verbreitung des Wortes von allen bisherigen Beschränkungen. Informationen konnten nun mit wenig Aufwand auf digitalen Geräten gespeichert werden, wodurch die Kosten für die Vervielfältigung marginal wurden. Aber erst mit der Integration des Internets wurde die endgültige Kraft freigesetzt. Es machte die Kommunikation zwischen Menschen extrem billig, schnell und skalierbar. Es handelt sich um eine dreifache Gutenberg-Revolution, denn Text, Audio und Video sind nun sofort und überall für jeden zugänglich.

Zum ersten Mal kannst du jeden erreichen, der sich für dich (und den Kram in deinem Kopf) interessiert. Das Internet ist also ein Megaphon, das von Uninteressierten zum Schweigen gebracht werden kann. Diese Eigenschaft macht das Internet zu einem Instrument des freien Marktes der Ideen (lassen wir das Problem der Zentralisierung der Einfachheit halber beiseite).

Jeder kann jetzt seine Einzigartigkeit herausstellen und sie Menschen finden lassen (obwohl es Zeit braucht, bis die Netzwerkeffekte einsetzen). Das Internet belohnt also langfristige publizierte Authentizität, welche schließlich die gesamte Geschichte der Arbeit umkrempeln wird. „Folge deiner Leidenschaft“ wird mehr als nur ein Motto sein. Es wird zu einem Lebensstil mit monetären Anreizen werden.

Die Frage „Wie benutzt man das Megaphon?“ sollte daher die Frage der Wahl sein. Denke gründlich darüber nach. Noch nie in der Geschichte war dein Wort so wirksam wie heute.

Autor
Dr. Patrick May bewegt sich zwischen Größenwahn und Bescheidenheit. Er übersetzt abstrakte Prinzipien in konkrete Strategien und Produkte. Sein Antrieb: Werthaltige Ideen so zu gestalten, dass sie Verbesserung ermöglichen.
Digital Sozial? Teilen erlaubt!
LinkedIn
WhatsApp
Email

KI Hinweis: Unsere künstliche Intelligenz Emma Winters hat mit hoher Sicherheit an diesem Text mitgearbeitet. Hier erfährst du, wie wir zum Thema KI stehen.

mehr entdecken
Kreativität
Einblicke in eine kreative Seele: „Die Kunst zu sein“ von Rick Rubin 
In „Kreativ. Die Kunst zu sein“ erkundet Rick Rubin die Kunst der Kreativität. Wie kannst du deine schöpferische Kraft entfesseln und Kreativität im Business und Leben einsetzen? Die Impulse des legendären Musikproduzenten bringen eine einzigartige Perspektive zum Ausdruck. Bereit, deine Kreativität auf eine neue Ebene zu bewegen?
Psychologie
Ist Schönheit individuell?
Findest du den Style dieses Magazins schön? Wir schon. Doch auch wenn wir vielleicht vieles richtig gemacht haben, können wir damit nicht jeden begeistern. Was ist eigentlich Schönheit? Und ist sie wirklich so individuell, wie wir oft annehmen?
Mindset
Eisbaden – gesund durch den Winter mit kaltem Wasser
Ein eiskalter Trend erobert die Wintermonate: Eisbaden. Doch steckt mehr dahinter als ein vorübergehender Hype? Die Wissenschaft hat begonnen, die Auswirkungen des Eisbadens zu erforschen. Erfahre, welche faszinierenden Effekte es auf Körper und Geist haben kann. Bist du bereit, dich der eisigen Herausforderung zu stellen?
Psychologie
Via Negativa – weniger ist besser. Vom Vereinfachen und Loslassen
Wie kann weniger zu mehr führen? In einer Welt des Überflusses und der ständigen Hinzufügung scheint die Antwort paradox zu sein. Doch durch die Anwendung der Via Negativa können wir unser Leben vereinfachen und eine höhere Lebensqualität erreichen. Erfahre, warum Reduktion oft der bessere Weg ist und wie du Hindernisse überwinden kannst. Bist du bereit, loszulassen um mehr zu erhalten?

(Eigen)Werbung

Mitten im Wandel

Wir verändern uns

Unsere letzte Printausgabe trug den Titel „Konstant Veränderung“. Jetzt verändern wir uns selbst. Ob das ein gutes Zeichen ist? Man weiß es nicht. Man munkelt.

Jede Vision muss den Test der Zeit bestehen. Und manchmal bedeutet das auch, sich zu verändern.

Stillstand war jedenfalls noch nie unsere Stärke. Bis wir zurück sind, arbeiten wir im Hintergrund weiter. Und wenn es etwas zu erzählen gibt, hört ihr von uns. 

Vision Newsletter?

Bleib auf dem neusten Stand mit dem VisionNewsletter. Frische Inspiration statt Spam!

Bist du noch da?

Wir machen mal das Licht aus!

Hättest du das gedacht? Der größte Anteil des Stromverbrauchs in einem deutschen Haushalt wird von Computer, Fernseher und Co. verursacht. Laut BDEW sind es durchschnittlich rund 28 Prozent des gesamten Stromverbrauchs.

QUELLE: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.