VisionMagazin

Mutiges Branding macht Spaß und Geld – Oatly: mehr als nur Hafermilch

Oatly hat die Regeln des traditionellen Marketings auf den Kopf gestellt. Mit einem kreativen Rebranding definierte sich das Unternehmen neu – und ist seitdem eine erfolgreiche Marke. Aber wie haben sie das gemacht und was können wir daraus lernen?

Inhalt

Stell dir vor, es sind die 90er Jahre: Boybands, Discmans und Oatly, eine Firma, die kaum jemand kennt. Oatly startete als ein Unternehmen, das sein großartiges Hafergetränk vor allem Menschen mit Milchallergien anbot. Klingt vernünftig, oder? Aber lasst uns ehrlich sein, das war damals ein Nischenmarkt. Trotz eines vielversprechenden Produkts konnte Oatly nicht das Potenzial entfalten, das in ihm steckte. Die Firma funktionierte mehr oder weniger wie ein typisches multinationales Unternehmen: Viel Bürokratie, viele Entscheidungen durch Ausschüsse und Tabellenkalkulationen, aber wenig Platz für Kreativität.

Der Wendepunkt

Dann kam die Wende. Oatly stand vor einem flachen Wachstum und beschloss, die Dinge radikal zu ändern. Toni Petersson wurde als CEO eingestellt, und er hatte eine Vision, die alles andere als traditionell war. Petersson, der keine Erfahrung in der Lebensmittelindustrie hatte, brachte frische Ideen und einen neuen Ansatz mit, der das Unternehmen und seine Kultur für immer verändern sollte.

Abteilung für Gehirnwäsche

Unter Peterssons Führung wurde die herkömmliche Marketingabteilung durch das „Mind Control“-Team ersetzt. Klingt gruselig, oder? Aber keine Sorge, es ging nur darum, Kreativität zu entfesseln. Dieses Team war nicht nur eine Nebenabteilung; es stand im Zentrum des Unternehmens. Die Kreativen wurden in jede Geschäftsentscheidung einbezogen und hatten freie Hand, die Organisation neu zu formen. Oatly bewies, dass traditionelle Marketingstrukturen oft mehr einengen als fördern. Die Devise war klar: Weg mit dem Gewohnten, her mit dem Außergewöhnlichen.

Oatly zeigt: Kreativität ist im Marketing essenziell.

Eine echte Kreativabteilung

Unter der Leitung des „Oatly Department of Mind Control“ entstanden viele kreative Ansätze und innovative Kampagnen. Michael Lee, Creative Director bei Oatly, bringt es auf den Punkt: „Wir sind keine klassische Marketingabteilung, die nur auf ROI aus ist – sonst hätten wir uns nie auf so eine gewagte Kampagne eingelassen. Unser Ziel ist es, als Stimme zu agieren, die Menschen zu einer pflanzlichen Ernährung bewegt, zum Wohle ihrer selbst und unseres Planeten. Mit dieser Kampagne geben wir unserer Stimme eine Plattform, um gesellschaftliche Veränderungen auf eine experimentelle Weise voranzutreiben.“ Die besagte Kampagne wurde mit hypnotischen Spiralen, schwingenden Pendeln und unterschwelligen Botschaften gestaltet. Ziel war es, Konsumenten spielerisch und humorvoll für Haferdrinks zu begeistern. Also doch ein bisschen Gehirnwäsche.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Verpackung als Werbeplatz

Mit schmalen Budgets ausgestattet, musste Oatly kreativ werden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Statt viel Geld in klassische Werbung zu stecken, nutzten sie jeden Quadratzentimeter ihrer Verpackungen. Diese wurden zu einem Medium, das die einzigartige und skurrile Botschaft der Marke übermitteln sollte. Wer braucht schon teure Werbespots, wenn die Verpackung selbst zum Blickfang wird?

Regeln brechen beim Design

Das gesamte Design der Produkte oder Plakate von Oatly ist genauso ungewöhnlich wie die Kommunikationsansätze. In der visuellen Darstellung der Oatly-Werbung wird das Bild des Milchkartons fast beiläufig und in relativ kleiner Größe platziert, während der Text den visuellen Schwerpunkt bildet. Dies kehrt die übliche Hierarchie um, die man normalerweise auf Werbeplakaten findet, wo das Produktbild dominiert.

Zudem folgt der Text keiner spezifischen Ausrichtung und thematisiert nicht direkt das Produkt, das verkauft werden soll. OATLY strebt danach, herkömmliche Normen zu durchbrechen, um etwas Neues und Einzigartiges zu kreieren.

Die visuelle Komposition auf den Milchkartons basiert auf einer Mischung aus vielen unterschiedlichen Elementen in Schwarz und Weiß. OATLY folgt nicht der gängigen Strategie, alles unter einem einzigen, markanten Zeichen zu vereinen. Stattdessen entsteht die Wiedererkennung durch den Rhythmus aller Elemente. Die Anordnung dieser Elemente folgt keinem festen Raster und keiner speziellen Ausrichtung, erinnert aber an eine künstlerische Gestaltung. Das Plakat oder die Verpackung könnte vom Aufbau und Komposition auch als Kunstwerk durchgehen.

Bildquelle: Oatly Presssefotos – www.oatly.com

Die persönliche Note

Oatly entschied sich gegen die traditionelle Unternehmenskommunikation und für einen menschlicheren Ansatz. „IT’S LIKE MILK BUT MADE FOR HUMANS“ wurde zum Leitspruch einer Kampagne. Das Trinken von Kuhmilch wird darin zu einer ethischen Frage. Die Marke gibt den Menschen hinter dem Produkt eine Stimme und schafft so eine direkte, authentische Verbindung zum Verbraucher. Oatly zeigt, dass eine persönliche Note nicht nur möglich, sondern auch überaus wirkungsvoll ist. Irgendwie logisch, denn wir wissen: Menschen kaufen bei Menschen.

Mit einer klaren Vision und dem Mut, anders zu sein, kann man nicht nur Kunden, sondern Fans gewinnen.

(Eigen)Werbung

Mut zur Einzigartigkeit

Die Umgestaltung von Oatly ist mehr als nur eine Veränderung von Verpackungen und Werbestrategien. Es ist ein Beweis dafür, dass Kreativität und Authentizität in der modernen Geschäftswelt einen unschätzbaren Wert haben. Oatly hat gezeigt: Mit einer klaren Vision und dem Mut, anders zu sein, kann man nicht nur eine Marke, sondern eine Bewegung schaffen. Und Kunden werden zu Fans.

Was denkst du? Hast du ähnliche Rebrandings erlebt, die mit dieser kreativen Revolution mithalten können? Oatly hat nicht nur seine Pixel und Worte neu angeordnet, sondern auch die Art und Weise, wie wir über Marken und ihre Beziehung zu uns als Verbraucher denken. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie weit man mit einer klaren Vision und einem starken Team gehen kann.

Autor
Lebenskünstler mit Tiefsinn. Beziehungsmensch, Leidenschaftlich visuell und verliebt in Schönheit. Mit klarer Strategie und großartigem Design bringt er Marken nach vorne. Seine Vision: Dass Menschen und Marken ihre Strahlkraft entwickeln und die Welt ein wenig schöner wird.
Digital Sozial? Teilen erlaubt!
LinkedIn
WhatsApp
Email

KI Hinweis: Unsere künstliche Intelligenz Emma Winters hat mit hoher Sicherheit an diesem Text mitgearbeitet. Hier erfährst du, wie wir zum Thema KI stehen.

mehr entdecken
Business
Die 5 häufigsten Fehler im Bewerbungsprozess
Der Bewerbungsprozess ist sowohl für Bewerber als auch für Unternehmen wichtig. Leider machen viele Unternehmen dabei Fehler, die das Bewerbungsverfahren für die Bewerber unangenehm oder frustrierend machen. Über die fünf häufigsten Fehler und wie sie vermieden werden können.
Business
Kunden generieren und Mitarbeiter gewinnen – sind das zwei Paar Schuhe?!
Wie hängen Kundengewinnung und Mitarbeitergewinnung zusammen? Wir sind überzeugt, dass es sich dabei um ein Paar Schuhe handelt. In diesem Artikel geben wir dir 12 Tipps, wie du beide Themen mit Hilfe eines hybriden Vertriebs angehen kannst. So, dass der Schuh der Kundengewinnung und der Schuh der Mitarbeitergewinnung am Ende gemeinsam in die gleiche Richtung laufen.
Business
Die Kunst von Vertrieb und Mission – im Interview mit Paulus von Tarsus
Unsere digitale Mitabeiterin Emma Winters hatte die seltene Gelegenheit, ein exklusives Interview mit Paulus von Tarsus zu führen. Dieser verbreitete nach einer bewegenden Gottesbegegnung als Missionar in der Antike das Christentum. Doch welche Parallelen gibt es zwischen Vertrieb und Mission? Welche Strategien nutzte Paulus, um Menschen zu erreichen und Herzen zu gewinnen? Lass dich von spannenden Erkenntnissen inspirieren.
Visionäre
Genialität entschlüsselt – im Interview mit Visionär Albert Einstein
Unsere digitale Redakteurin Emma Winters hatte die Gelegenheit, ein exklusives Interview mit Albert Einstein zu führen. Als einer der größten Denker und Wissenschaftler der Geschichte hat er die moderne Physik revolutioniert und bleibt bis heute ein Symbol für Genialität und Innovation. Doch wie sieht Einstein selbst seine Rolle?
Business
Wertschätzung bringt Erfolg! Mitarbeiter führen und binden
Erfolg im Business hängt oft von einem guten Beziehungsmanagement ab. Besonders wichtig dabei ist eine wertschätzende Haltung in der Führung. Warum das so ist und wie du Wertschätzung in der Praxis als umsetzen kannst, erklärt Heike Eichholz aus der langjährigen Erfahrung ihrer Trainings.

(Eigen)Werbung

Mitten im Wandel

Wir verändern uns

Unsere letzte Printausgabe trug den Titel „Konstant Veränderung“. Jetzt verändern wir uns selbst. Ob das ein gutes Zeichen ist? Man weiß es nicht. Man munkelt.

Jede Vision muss den Test der Zeit bestehen. Und manchmal bedeutet das auch, sich zu verändern.

Stillstand war jedenfalls noch nie unsere Stärke. Bis wir zurück sind, arbeiten wir im Hintergrund weiter. Und wenn es etwas zu erzählen gibt, hört ihr von uns. 

Vision Newsletter?

Bleib auf dem neusten Stand mit dem VisionNewsletter. Frische Inspiration statt Spam!

Bist du noch da?

Wir machen mal das Licht aus!

Hättest du das gedacht? Der größte Anteil des Stromverbrauchs in einem deutschen Haushalt wird von Computer, Fernseher und Co. verursacht. Laut BDEW sind es durchschnittlich rund 28 Prozent des gesamten Stromverbrauchs.

QUELLE: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.